Weiter zum Inhalt
Schule » Eine Produktionsschule für Gladbeck! – Praxisorientierte Ausbildung (auch) für schulmüde Teenager
07Apr

Eine Produktionsschule für Gladbeck! – Praxisorientierte Ausbildung (auch) für schulmüde Teenager

Für eine Erweiterung des Schulangebotes: Simone Steffens (Grüne)

Auf grüne Initiative hin hat Rot-Grün im Kreis die Gründung einer Produktionsschule ins Auge gefasst. Der Kreis Recklinghausen ist als Träger der Berufsbildung hierfür federführend zuständig. Jetzt gilt es, die zu gründende Schule nach Gladbeck zu holen.

Beispiel Dänemark

Die Idee der Produktionsschule entstammt dänischen Vorbildern, ist aber auch in Frankreich verbreitet. In Ost-Deutschland stellt auch die Bekämpfung von politischem Extremismus unter Jugendlichen einen der Anlässe zur Einrichtung von Produktionsschulen dar, im Kreis Recklinghausen wird ein Schwerpunkt sicherlich in der Migrantenförderung liegen.
Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 15-25 Jahren, häufig schulmüde Teenager – aber auch Abiturienten, die noch in der Orientierungsphase sind, besuchen die Schule. Der Lernprozess ist – wie der Name der Schulform schon sagt – produzierend-praxisorientiert-qualifizierend. Die fertigen Produkte werden am Markt vertrieben und spielen etwa 5-10% der Schulkosten wieder ein. Um einen Platz wird sich beworben – es gibt keine Zuweisungen. Der Einstieg kann ganzjährig erfolgen. Für die Arbeiten erfolgt eine geringe Entlohnung.

Freizeitangebote

Die Produktionsschule macht auch für die Freizeit der Jugendlichen Angebote. Auch das Essen wird gemeinsam eingenommen. Ein Betreuer trifft auf etwa acht Schüler. Die handwerklich qualifizierten Betreuer bemühen sich auch um die Auftragsakquisition. Gesteuert wird die Schule von einem Beirat, dem Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, IHK und Kirchen, aber auch Privatleute angehören können. Dabei sind individuelle Ausrichtungen der einzelnen Schule möglich und üblich.
Bei einer Realisierung im Kreis könnte zu sanierende Altbausubstanz als erstes Schulprojekt dienen. Der renovierte Altbau kann dann später das Projekt selbst beherbergen und vielleicht sogar mittelfristig in das Eigentum der Produktionsschule übergehen. Eventuell wäre auch eine Kooperation mit dem Kreisgartenbaubetrieb und dem schon heute ökologisch-praxisorientiert-schulenden Hof Wessels in Herten denkbar.

Migrantenförderung

In Unna gibt es bereits ein ähnliches Projekt. Die dortige Schule umfasst die Teilbereiche Garten-und Landschaftsbau, Holz und Textil. Im Schwerpunkt Textil kommen vor allem türkische Mädchen unter. Simone Steffens, stellvertretende grüne Bürgermeisterin: „Die hohe Akzeptanz dieses Schwerpunktes in türkischen Familien nutzen die Mädchen als Sprungbrett in andere Ausbildungsbereiche. Die Schule versucht Aufträge wie ein echtes Unternehmen umzusetzen, etwa die Neugestaltung eines Schulhofes, die andernfalls aus Kostengründen erst gar nicht erfolgen würde. So werden den örtlichen Handwerksbetrieben keine Aufträge genommen.“

Beispiel Hamburg

Als ersten Schritt auf dem Weg zu einer Realisierung einer Produktionsschule hat der Kreistag Recklinghausen im November 2011 einstimmig einen Prüfauftrag an den Landrat zur Klärung der juristischen und finanziellen Voraussetzungen einer Produktionsschulgründung erteilt. Derweil hat sich der Schulausschuss des Kreises auch die Hamburger Produktionsschulen vor Ort angesehen, die dort noch von Schwarz-Grün stadtweit eingerichtet wurden.

Standortwahl

In naher Zukunft wird sich entscheiden, welche Stadt im Kreis die Produktionsschule beherbergen darf. Die Gladbecker Grünen werden sich hierbei für Gladbeck einsetzen.

Verfasst am 07.04.2014 um 14:33 Uhr von mit den Stichworten , , , .
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommentar schreiben.
Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
37 Datenbankanfragen in 0,702 Sekunden · Anmelden