GRÜNE: Aufbau eines modernen Sirenen-Warnsystems sinnvoll!

Das NRW-Innenministerium unterstützt mit zehn Millionen Euro Aktivitäten der Städte und Kreise zur „Warnung der Bevölkerung“. Im Kreis Recklinghausen laufen derzeit die Diskussionen zur Wiedereinführung der Anfang der 90er Jahre demontierten Sirenen. Auch in Gladbeck arbeitet die Verwaltung zurzeit an einem Gesamtkonzept. Die Gladbecker GRÜNEN begrüßen diese Aktivitäten.

„Angesichts der hohen Dichte von Chemiefabriken im nördlichen Ruhrgebiet ist ein flächendeckendes Katastrophenwarnsystem unverzichtbar“, erläutert GRÜNEN-Ratsherr Franz Wegener. “Gerade bei Gladbecks geographischer Nähe zum Chemiepark Marl mit Unternehmen wie Dow und Lanxess, den Raffinerien in Gelsenkirchen, seiner kunststoffverarbeitenden Industrie oder auch Ineos, der alten Phenolchemie, macht ein solches System Sinn und ist längst überfällig.“

Überlegungen der letzten Jahre, Handys für derartige Warnungen zu nutzen, haben sich derweil zerschlagen: Im Katastrophenfall brechen die Mobilfunknetze regelmäßig unter der zusätzlichen Last weg. Durch die Sirene alarmiert, können sich die GladbeckerInnen in den Medien etwa über eine nahende Giftgaswolke informieren und entsprechend handeln; etwa, indem sie ihre Fenster schließen und die Wohnungen nicht verlassen.

Bereits im Jahr 2008 hatten die GRÜNEN in einer Anfrage nach den Kosten für Wartung und Unterhalt eines solchen Systems gefragt. Bürgermeister Roland hatte seinerzeit geantwortet, dass nach fachlicher Einschätzung 14 Sirenen im Gesamtwert von etwa 206.000 Euro für das Stadtgebiet erforderlich seien. Zusätzlich seien etwa 2.100 Euro für die jährlichen Wartungsarbeiten aller Sirenen zu veranschlagen. Ein Ineos-Vertreter (das Werk verfügt auf dem Werksgelände über eine eigene Sirene) zeigte sich damals auf Nachfrage der GRÜNEN offen für eine mögliche Mitfinanzierung eines solchen Systems für ganz Gladbeck.

Franz Wegener begrüßt daher auch die Position von Feuerwehrchef Dehling, der ein sirenengestütztes Warnsystem ebenfalls für die beste Lösung hält. „Der Verzicht auf ein solches System in den letzten Jahrzehnten stellte ein Pokerspiel dar, das zum Glück bis heute nicht verloren wurde. Es dauerhaft weiter zu spielen, wäre nach unserer Einschätzung jedoch unverantwortlich“, so Wegener.

Verwandte Artikel