Den Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz streichen

Heute starten die Internationalen Wochen gegen Rassismus (15. – 28.03.2021).Wir möchten deswegen nochmal auf den Begriff der „Rasse“ im Grundgesetz aufmerksam machen. Dieser Begriff muss unbedingt aus dem Grundgesetz gestrichen werden. In Artikel 3, Absatz 3 das Grundgesetz heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Die Bedeutung des Internationalen Tages gegen rassistische Diskriminierung geht weit über die damit zusammenhängende rein physische Gewalt hinaus: Gerade der subtile und schleichende Rassismus im Alltag stellt ein erhebliches Problem – auch in Gladbeck immer wieder spürbar – dar. Ein wichtiger Punkt, auf den wir in diesem Jahr besonders hinweisen wollen, ist der Begriff der Rasse an sich. Seit Jahren unterstützen wir die Initiative, den Begriff Rasse aus unserem insgesamt hervorragenden Grundgesetz zu streichen. Spätestens seit der Jenaer Erklärung aus 2019, als führende Wissenschaftler*innen aus Evolutionsforschung, Biologie und Menschheitsgeschichte die Nicht-Existenz von Rassen 2019 ausführlich dargestellt und begründet haben, wird dies mehr und mehr so gesehen und gefordert. Es gibt aus biologischer Sicht keine unterschiedlichen Menschenrassen. Dies entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage. Vielmehr sei erst durch rassistische Ideen das Konzept der Rasse entstanden.Es gibt im menschlichen Genom unter den 3,2 Milliarden Basenpaaren keinen einzigen fixierten Unterschied, der zum Beispiel Afrikaner*innen von Nicht-Afrikaner*innen trennt. Es gibt somit nicht nur kein einziges Gen, welches ‚rassische‘ Unterschiede begründet, sondern noch nicht mal ein einziges Basenpaar.

Problematisch an dem Wort „Rasse“ im Grundgesetz ist vor allem, dass Artikel 3 nahelegt, es gebe unterschiedliche Menschenrassen. Rein äußerlich unterschiedliche Merkmale wie Hautfarbe, Haarfarbe, Kopf- und Körperformen sind Anpassungen an unterschiedliche Umwelten und begründen in keiner Weise ein Aufteilen des menschlichen Erbguts in Rassen. Dem jetzigen Bundestag, der sich dem Ende der Legislatur im September entgegenschleppt, trauen wir eine solche Änderung nicht mehr zu. Wir werden uns im Falle eines Eintritts der GRÜNEN in eine neue Koalitionsregierung im Bund dafür einsetzen, dass der Begriff der Rasse aus dem Grundgesetz gestrichen wird.

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