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Grünzeug & Integration & Jugend & Soziales » „Armut in Deutschland nimmt trotz sinkender Erwerbslosigkeit zu!“
17Apr

„Armut in Deutschland nimmt trotz sinkender Erwerbslosigkeit zu!“

 

 

 

 

 

 

 

„Im Kreis Recklinghausen leben 40 % aller Kinder in armen bzw. armutsnahen Familien“, so leitete die grüne Bundestagskandidatin Elke-Marita Stuckel Lotz die Veranstaltung letzte Woche Mittwoch zum Thema „Armut in Deutschland – eine kritische Würdigung des vierten Armutsberichtes der Bundesregierung“ ein. Der Referent Markus Kurth, sozialpolitscher Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, zeigte, dass Armut trotz sinkender Erwerbslosigkeit zunimmt. Grund sind die Niedriglöhne und die Vielzahl von geringfügig Beschäftigten – besonders Alleinerziehende haben ein hohes Armutsrisiko!

Viele Erkenntnisse des Bundesarmutsberichtes lassen sich auch auf Gladbeck übertragen. Der Familienbericht 2012 belegt, dass 41 % aller Familien arm oder armutsnah sind. Zudem haben Frauen und Alleinerziehende ein höheres Armutsrisiko aufgrund ihrer eingeschränkten Teilhabe am Erwerbsleben. „Erschreckend ist auch, wie sehr das Einkommen der Eltern die Schullaufbahn der Kinder bestimmt“, so Simone Steffens, Ratsfrau und Stadtverbandssprecherin, in ihrem Kurzvortrag, „von Bildungsgerechtigkeit kann man da nicht mehr sprechen.“

„Der Einfluss von Bildungschancen junger Menschen aus ihrer sozialen Herkunft heraus ist nicht weiter hinnehmbar“, ergänzte Elke Marita Stuckel-Lotz, Kreistagsabgeordnete und Moderatorin der Veranstaltung. „Kinder und Jugendliche aus armen Lebensverhältnissen geraten zunehmend ins Abseits: Wir brauchen daher endlich eine Politik, die Exklusion, Armut und Bildungsbenachteiligung aktiv bekämpft.“ Es sei eine Kernaufgabe für alle, Kinder und Jugendlichen kulturelle, politische und ökonomische Teilhabechancen zu eröffnen.

„Investitionen in frühkindliche Bildung, Ausbau des Ganztages, Gesundheitsprävention, Mindestlohn, Einführung eines sozialen Arbeitsmarktes, eine befristete Vermögensabgabe … das alles sind grüne Forderungen für eine gerechte Gesellschaft“, schloss Simone Steffens die Veranstaltung, „denn Armut ist weder volkswirtschaftlich noch ethisch oder sozialpolitisch zu verantworten.“

Die Armutsquote für Gladbeck (und ihre Entwicklung seit dem Jahre 2008) lässt sich anhand der regionalen Erhebungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes statistisch nachvollziehen unter http://www.der-paritaetische.de/index.php?id=2772

Verfasst am 17.04.2013 um 11:08 Uhr von .
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