23. Februar 2005

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Antrag für den Umweltausschuss:
Kommunale Dächer für Solarenergie

Antrag nach § 7 GeschO

Sehr geehrter Herr Zeller,

ich möchte Sie bitten, das Thema „Kommunale Dächer für Solarenergie“ auf die Tages­ordnung des nächsten Umweltausschusses zu setzen.

Begründung:

Als eine von weltweit insgesamt 1.286 Kommunen hat sich die Stadt Gladbeck mit ihrem Beitritt zum Klimabündnis verpflichtet, eine messbare Reduktion der Treibhausgas-Emissionen u.a. durch den Aufbau eines regenerativen Energiesystems herbeizu­führen (Gründungsdokument „Klima-Bündnis-Manifest“ sowie Klima-Bündnis-Erklärung von 2000). Die Dachflächen vieler kommunaler Gebäude geeignet wären, entsprechend dieses Zieles Strom über Photovoltaikanlage aus der Sonne zu gewinnen und in die Netze einzuspeisen. Entsprechende Initiativen zur Stromgewinnung aus der Kraft der Sonne und damit zur CO2-Reduzierung wurden bisher auf einigen Schuldächern gestartet, so z.B. auf dem Riesener Gymnasium, auf dem Heisenberggymnasium, auf der Albert-Schweizer-Grundschule und auf dem Naturkindergarten Frochtwinkel. Die bekanntesten und aufwendigsten Anlagen installierte der Technikkurse der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule auf dem Flachach des Schulgebäudes.

Bündnis 90 / DIE GRÜNEN schlagen vor, kommunale Dächer für den Ausbau von Photovoltaikflächen durch private Initiativen, Vereine oder regionale Investoren offensiv anzubieten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stellt eine verlässliche und kalkulierbare Basis dar, um in zukunftsweisende Energiegewinnung zu investieren. So haben sich in unterschiedlichen Städten beispielsweise Bürgersolarprojekte als Gesellschaften gegründet, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Stromgewinnung aus Solarenergie auszubauen und Investitionen in Photovoltaikanlagen als langfristige Kapitalanlage zu ver­stehen.

Das Land Nordrhein-Westfalen (ILS NRW) fördert zudem über das Programm „Erneuerbare Energien und rationellen Energieverwendung“ (REN) insbesondere Multiplikator- und Gemeinschaftsanlagen. Projekte an Schulen, Kindergärten, wissen­schaftlichen, kirchlichen, sozialen und karitativen Einrichtungen erhalten aus dem REN-Programm bis zu 800 EUR/kWp erhalten. Grundlage dieser Förderung ist die novellierte REN-Richlinie 2005. Gezielt unterstützt das Land auch Photovoltaikanlagen in innovativen Systemen zur Ertragssteigerung - so genannte nachgeführte Systeme, die mittels hydraulischer oder elektrischer Antriebe dem täglichen Sonnenverlauf folgen. Eine solche Anlage haben die Schüler der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule auf dem Flach­dach ihrer Schule aufgebaut. Ein Online-Förderechner für Photovoltaikanlagen steht auf den Seiten der Energieagentur NRW unter der Adresse www.ea-nrw.de/michaelis/solar zur Verfügung.

Städte wie Aachen, Berlin, Bremen, München und Dresden stellen mittlerweile kommunale Dachflächen mietfrei bzw. gegen eine geringe Verwaltungsgebühr Investoren zur Verfügung. Entsprechende konkrete Überlegungen sollten auch in Gladbeck angestellt werden, um unsere Stadt zur Solarstadt auszubauen.

Hierzu sollte die Verwaltung eine Liste aller kommunaler Gebäude mit verschattungsfreien Dachflächen südlicher Ausrichtung erstellen. Diese Liste kommunaler Gebäude sollte veröffentlicht werden. Gegen eine kostengerechte Verwaltungsgebühr könnten Vereine, Initiativen oder Investoren (beispielsweise ELE Ökostrom) Photovoltaikanlagen auf den veröffentlichten Dächern errichten. Investoren, die auf großen Dachflächen eine Photovoltaikanlage errichten möchten (z.B. ab 20 KWp), könnten zusätzlich verpflichtet werden, auf einer kleineren Dachfläche, z.B. eines Kindergartens, eine Photovoltaikanlage incl. eines Displays zu errichten, auf dem die momentane Leistung, die Ge­samtleistung der Anlage und die bisher eingesparte CO2 -Menge angezeigt wird. Die stadtweite Gesamtleistung aller Photovoltaikanlagen soll regelmäßig veröffentlicht werden - die Stadt Gladbeck sollte außerdem an der Solarliga teilnehmen (www.solarbundesliga.de).

Es bietet sich an, den Antrag mit einer Besichtigung der bereits installierten Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule zu verbinden. Durch den Technikkurs wurde der Wunsch an unsere Fraktion herangetragen, die erfolgreich durchgeführten und mehrfach (auch durch die Stadt Gladbeck) ausgezeichneten Projekte dem Fachausschuss der Stadt Gladbeck vorzustellen. Sollte es sich in Ab­stimmung mit der Schule einrichten lassen, würden wir uns daher freuen, wenn der Ausschuss in der Schule tagt.

Beschlussentwurf:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Liste aller kommunaler Gebäude mit verschattungsfreien Dachflächen südlicher Ausrichtung zu erstellen. Außerdem sind Regelungen zu erarbeiten, wie kommunale Dächer zum Ausbau von Photovoltaik­anlagen durch Dritte zur Verfügung zu stellen sind. Hierzu sind die Erfahrungen von anderen Städten zu Rate zu ziehen. Die Liste und die Regelungen sind dem Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen vorzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Lehmann
Ratsherr

Links zu diesem Thema:

3eck-li.gif (855 Byte)Klimabündnis

3eck-li.gif (855 Byte)Solarbundesliga

3eck-li.gif (855 Byte)Solarrechner der Energieagentur NRW

3eck-li.gif (855 Byte)Förderprogramm Regenerative Energien NRW (REN Programm)

3eck-li.gif (855 Byte)Grüne besichtigen Solaranlagen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, 25.11.2004



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