01. März 2002
Stellungnahme zur Berichterstattung über die
Diskussion zur RB 43 im Verkehrsausschuss des Kreises

Dem Hick-Hack um die Bahnverbindung von Dorsten über Gladbeck nach Dortmund und der damit verbundenen Zukunft unseres Bahnhofes Gladbeck-Ost kann man nur noch mit Kopfschütteln begegnen. Über vier Jahre ist es inzwischen her, dass der zuständige Ausschuss mehrheitlich die Verlegung und Aufwertung unseres Innenstadtbahnhofes zugestimmt hat. Und immer wieder verhindern die Totengräber der Regionalbahn, dass endlich verlässliche Planungs- und Handlungsgrundlagen zur Beseitigung der Missstände am Bahnhof Ost ergriffen werden. Zu recht haben die Fahrgäste, die unter diesen unzumutbaren Bedingungen jeden Tag in Richtung Dortmund oder Dorsten pendeln, kein Verständnis mehr für das politische hin und her.

Um so verwunderter bin ich, dass ausgerechnet politische Vertreter aus Gladbeck im Verkehrsausschuss des Kreises am vergangenen Montag deutlich positive Signale zum Erhalt und zur Erneuerung der Strecke verhindert haben. Gerade der Stadt Gladbeck ist seit langem daran gelegen, dass man auf Grundlage der erforderlichen Bestellgarantie den Bahnhof Ost in Richtung Fußgängerzone verlegen kann. Damit würde man auch zur Aufwertung des östlichen Eingangstores in unsere Innenstadt beitragen.

Selbstverständlich ist der Betrieb von Eisenbahnverbindungen ein Zuschussbetrieb. Mir ist keine Strecke bekannt, die ohne öffentliche Zuschüsse wirtschaftlich gefahren werden kann. Es ist auch unbestritten, dass die Verbindung zur Zeit nur vergleichsweise gering genutzt wird. Aber vor dem miserablen Zustand der Strecke ist es überhaupt verwunderlich, dass es noch Fahrgäste gibt, die sich den Strapazen einer Reise mit der RB 43 aussetzen. Deswegen müssen wir in die Regionalbahn investieren, deswegen müssen wir die Strecke und die Bahnhöfe erneuern. Dass durch ein fahrgastfreundliches Angebot die Nachfrage erhöht werden kann, zeigen die Erfolge, die allein durch die Einführung eines besseren Taktes erreicht werden konnten. Hiermit wurden die Fahrgastzahlen in den Zügen verdoppelt.

Ich appelliere daher an die Kollegen in den anderen Parteien, hier im Interesse der Gladbecker Bahnpendler und im Interesse des Wirtschaftsstandortes ,,Innenstadt" zu einer einvernehmuchen Lösung zu kommen. Die Gladbecker GRÜNEN hoffen nach wie vor, dass sich die Verbandsversammlung des VRR am 21. März für die Strecke ausspricht. Investitionen in die Mobilität unserer Bürger sind Investitionen in die Zukunft.

Bernd Lehmann
Stadtverbandssprecher

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