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Energiewende
31Mrz

Viel Wind um die Mottbruchhalde – SPD und Linke bleiben auf Blockadekurs gegen die Energiewende vor Ort

Bei strahlendem Sonnenschein besuchten die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses am vergangenen Donnerstag das Gipfelplateau der Mottbruchhalde.

Das riesige Landschaftsbauwerk wird nach dem Ende der Schüttungen den Gladbecker BürgerInnen für Freizeit- und Naherholungszwecke zur Verfügung stehen. Eine Initiative der GRÜNEN, die Pläne der RAG zur Errichtung von Windkraftanlagen auf den beiden Gipfelpunkten der Halde zu unterstützen, scheiterte erneut an der Blockadehaltung von SPD und Linken.

In der Diskussion wies GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender Mario Herrmann auf den zurzeit in der Aufstellung befindlichen neuen Landesentwicklungsplan (LEP) hin. Dieser wird die Nutzung von Halden zur Gewinnung erneuerbarer Energien als Ziel der Landesplanung verbindlich vorschreiben. Aus guten Gründen: Nirgendwo in unserer Region ist die Windausbeute so gut wie auf den Haldenbauwerken, nirgendwo sonst lassen sich Windenergieanlagen mit weniger Beeinträchtigung der Bevölkerung errichten. Herrmann: „Es ist ein Unding, dass die Stadt Gladbeck die RAG-Windkraft-Pläne bei der anstehenden Erarbeitung eines Bebauungsplans für die Mottbruchhalde noch nicht einmal in die Abwägung einbeziehen will!“

In Richtung Osten konnten die Ausschussmitglieder die Hertener Halde Hoppenbruch erblicken. Dort dreht sich seit Jahren ein Windrad und ergänzt problemlos die Freizeitnutzungen (etwa ein Skulpturenpark zum Thema Windkraft und zahlreiche Wanderwege). Herrmann: „Die Ablehnung durch die Ratsmehrheit ist irrational, blockiert vor Ort die in Sonntagsreden gern beschworene Energiewende und ist letztlich zum Schaden der Stadt, der mögliche Gewerbesteuereinnahmen entgehen. Und die RAG hat keinen Grund sich bei der Gestaltung der Halde stärker zu engagieren als vertraglich festgelegt.“

Während die CDU dem Antrag der GRÜNEN folgte, blieben SPD und Linke jedoch bei ihrer Blockadehaltung und erteilten den Windkraftplänen erneut eine Absage.

(Fotos:

Bild Mottbruch 1: Das Gipfelplateau der Mottbruchhalde mit einem der beiden Grate.

Bild Mottbruch 2: Mit Kleinbussen der RAG wurden die Mitglieder des Planungsausschusses zum Gipfelplateau transportiert.

Bild Mottbruch 3: Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann (Mitte) auf dem Gipfelplateau mit Baurat Martin Harter (links) und CDU-Ratsherrn Jürgen Zeller (rechts) in reger Diskussion)

11Mrz

GRÜNE treiben Energiewende in Gladbeck voran

Umweltpartei erinnert an Atomkatastrophe in Fukushima

 Foto: Bürgersolaranlagen auf den Dächern des Zentralen Betriebshofes

 

„Vor zwei Jahren wurde der Welt am 11.03.2013 auf erschreckende Weise die Unkontrollierbarkeit der Atomkraft vor Augen geführt“, mahnen die GRÜNEN zum Jahrestag der Katastrophe von Fukushima. „Wir Grüne stehen für den Atomausstieg und für die Energiewende vor Ort“, so Stadtverbandssprecher Bernd Lehmann.

„In Gladbeck haben wir in den letzten Jahren schon viel getan, um immer weniger auf Atomkraft angewiesen zu sein“, so der Grünenchef. Mit dem Bürgersolarprojekt, das gemeinsam mit der Gladbecker Gesellschaft von Klaus Schulze-Langenhorst umgesetzt wurde, sind inzwischen alle geeigneten Dächer von städtischen Immobilien mit Photovoltaikanlagen bestückt worden. Die Solaranlagen produzieren rund 1.530 MWh pro Jahr und können 440 Drei-Personen-Haushalte mit atomfreier Umweltenergie versorgen. „Auch die Möglichkeiten zur Windenergienutzung haben wir in Gladbeck im letzten Jahr ausgebaut“, so Lehmann. In Rentfort und Ellinghorst hat der Rat zwei Windkraftkonzentrationszonen ausgewiesen, die Platz für insgesamt vier Windräder mit einer Leistung von zusammen über 9.000 MW-Jahresstunden bieten. Ein erstes Windrad mit einer Leistung von 2.300 MWh pro Jahr ist bereits in Betrieb gegangen und kann rd. 610 Drei-Personen-Haushalte mit Gladbecker Ökoenergie versorgen. Die Grünen unterstreichen, dass sie sich im Sinne der lokalen Energiewende für eine dritte Windkraftzone auf der Mottbruchhalde eingesetzt haben, die aber an der Blockade der Ratsmehrheit gescheitert ist.

„Zentrales Ziel ist aber“, ergänzt die Grüne Co-Sprecherin Simone Steffens, „erst gar keine Energie zu verbrauchen und den Energiebedarf zu senken!“ In den letzten 15 Jahren konnte der Strombedarf für die kommunalen Liegenschaften um knapp ein Drittel – also 2.054 MWh – reduziert werden. Die GRÜNEN wollen weitere Einsparungen generieren. Gemeinsam mit der SPD haben sie erfolgreich einen Antrag in den Schulausschuss eingebracht, einen weiteren Klimamanager einzustellen, der die Schulen bei Energiesparmaßnahmen unterstützt. „Allein mit Photovoltaik, Wind und Energieeinsparung haben wir Gladbecker 10 Prozent eines Atomkraftwerks ersetzt“, so Steffens. „Aufgrund der steigenden Strompreisen verlieren viele Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Energiewende. Daher brauchen wir eine faire Kostenverteilung unter Einbeziehung der industriellen Großverbraucher, um die Privathaushalte zu entlasten.“

Steffens ruft die Bürger auf, ebenfalls einen Beitrag zum Atomausstieg zu leisten und zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln, der keine Verflechtungen zu Atomkonzernen hat. Infos gibt es unter www.atomausstieg-selber-machen.de

11Okt

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif

Privilegierung der Industrie ist der Preistreiber beim Strompreis

Zum WAZ-Artikel „Strom kostet ab 2013 deutlich mehr“ vom 11.10.2012 nimmt Stadtverbandssprecher Bernd Lehmann für Bündnis 90/DIE GRÜNEN wie folgt Stellung:

Noch immer gehört die ELE zu 79 Prozent den RWE, also einem der fünf Energiedinosaurier, die den deutschen Markt behherrschen und ihren Strom hauptsächtlich aus fossilen Energieträgern wie Kohle produzieren. Insofern ist es verständlich, dass der Sprecher des Hauptgesellschafters, Peter Efing, nur die halbe Wahrheit über die Gründe der Strompreiserhöhung benennt. Richtig ist: In den letzten Jahren ist der Strompreis in Deutschland stetig gestiegen. Alleine zwischen 2000 und 2011 von 13,64 auf durchschnittlich 24,95 Cent pro Kilowattstunde. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat aber nur einen sehr geringen Anteil am Haushaltsstrompreis. Denn während der Strompreis in den letzten 11 Jahren um ca. 11,3 Cent gestiegen ist, hat sich die EEG-Umlage im selben Zeitraum nur um ca. 3,5 Cent erhöht. Ursache für die Preissteigerung beim Strom sind vielmehr die Privilegierung für die Industrie und die gestiegenen Kosten für Stromerzeugung, Transport und Steuern.

 

Besonders absurd: Gerade die Branchen mit großem Energiebedarf profitieren von den Erneuerbaren Energien, denn durch den zusätzlich eingespeisten Ökostrom sinkt der Börsenpreis für Strom. Bundesregierung und Energiekonzerne verschweigen gerne, dass der Strompreis an der Börse im Vergleich zu 2008 um 3,5 Cent pro Kilowattstunde gesunken ist. Doch anstatt die Preissenkung an die privaten Haushalte weiter zu geben, stecken die Energiekonzerne sie in die eigene Tasche. Damit fallen die Stromrechnungen für die privaten Haushalte aktuell 3 Milliarden Euro zu hoch aus.

 

In Deutschland wird die Energieproduktion schon seit langer Zeit subventioniert. Aber erst seit den rot-grünen Regierungsjahren fließen die staatlichen Förderungen endlich nicht mehr in dreckige oder gefährliche Energieformen, sondern zunehmend in Erneuerbare. Kohle und Atom haben bis 2010 insgesamt 408 Milliarden Euro Subventionen erhalten. Erneuerbare Energien dagegen nur 28 Milliarden Euro. Dabei sind die externen Kosten, die durch Umweltzerstörung, Luftverschmutzung, Klimawandel, Endlagerung des Atommülls, etc. entstehen, noch nicht einmal miteinberechnet. Das zeigt: Nicht die Erneuerbaren, sondern Kohle und Atom treiben die Energiekosten in die Höhe!

 

Klar ist aber auch, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energiewende mit Abschaltung aller Atomkraftwerke nicht zum Nulltarif zu haben sind. Und wem der ELE-Strom zu teuer wird, sollte einfach der Anbieter gewechselt werden: Am besten zu einem Ökostromanbieter der nicht mit den Atomkonzernen verflochten ist: www.atomausstieg-selber-machen.de

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