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Klima
06Feb

Energiewende vor Ort

Wie kann die Energiewende in Gladbeck gestaltet werden, fragten die Gladbecker Grünen in ihrer jüngsten Veranstaltung. Dazu hatten sie Wibke Brems, Sprecherin der grünen Landtagsfraktion für Energie und Klimapolitik und Klaus Peter Eckert, von dem Energieversorger Lichtblick, als Gäste eingeladen.

Ob energetische Sanierung, Solarthermie oder Blockheizkraftwerke – die Energiewende ist ohne die Bürgerinnen und Bürger und ohne Beteiligung der Kommunen nicht zu schaffen, sagt Wibke Brems. Sie weist auf das herausragende Beispiel des Kreises Steinfurt hin: Dieser habe es sich zum Ziel gemacht, den eigenen Energiebedarf bis zum Jahr 2050 allein aus erneuerbaren Energien zu decken.

Die Energiewende ist eng mit dem Klimaschutz verbunden. Die Ziele der Bundesregierung seien ohne Mithilfe des Industrielandes NRW nicht zu schaffen. Daher habe das Parlament vor zwei Wochen das Klimaschutzgesetz verabschiedet. Mit breiter Beteiligung vieler Interessensgruppen werden nun in einem Klimaschutzplan Maßnahmen und Vorschläge entwickelt, die in den Kommunen umgesetzt werden könnten.

Dr. Briese vom Umweltreferat der Stadt Gladbeck wies auf das stadteigene Klimaschutzkonzept, die vielfältigen schon durchgeführten Maßnahmen und auf die Aktivitäten der Klimaschutzmanagerin hin. Er hoffe auch auf weiteren Rückenwind durch den vom Land entwickelten Masterplan.

In der Veranstaltung der Grünen wurde auch von Klaus Peter Eckert das Konzept des Zuhausekraftwerkes des Energieversorgers Lichtblick vorgestellt, welches Gas in Strom umwandelt und dabei Wärme zum Heizen produziert. Die Investition in eine solche Anlage amotisiere sich in ca. 5 -10 Jahren und sei ein wichtiger Baustein in der Energiewende und in der CO2 Reduktion.

Die Diskussion mache deutlich, dass das Thema „Energiewende“ zwar ein öffentlich geführtes Thema sei, aber die Bürgerin und Bürger oft noch einigen Informationsbedarf haben, um ihre Energieversorgung tatsächlich umzustellen. Daher seien eher Konzepte der aufsuchenden Beratung gefragt, um Vertrauen zu schaffen, stellt Simone Steffens fest.

11Okt

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif

Privilegierung der Industrie ist der Preistreiber beim Strompreis

Zum WAZ-Artikel „Strom kostet ab 2013 deutlich mehr“ vom 11.10.2012 nimmt Stadtverbandssprecher Bernd Lehmann für Bündnis 90/DIE GRÜNEN wie folgt Stellung:

Noch immer gehört die ELE zu 79 Prozent den RWE, also einem der fünf Energiedinosaurier, die den deutschen Markt behherrschen und ihren Strom hauptsächtlich aus fossilen Energieträgern wie Kohle produzieren. Insofern ist es verständlich, dass der Sprecher des Hauptgesellschafters, Peter Efing, nur die halbe Wahrheit über die Gründe der Strompreiserhöhung benennt. Richtig ist: In den letzten Jahren ist der Strompreis in Deutschland stetig gestiegen. Alleine zwischen 2000 und 2011 von 13,64 auf durchschnittlich 24,95 Cent pro Kilowattstunde. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat aber nur einen sehr geringen Anteil am Haushaltsstrompreis. Denn während der Strompreis in den letzten 11 Jahren um ca. 11,3 Cent gestiegen ist, hat sich die EEG-Umlage im selben Zeitraum nur um ca. 3,5 Cent erhöht. Ursache für die Preissteigerung beim Strom sind vielmehr die Privilegierung für die Industrie und die gestiegenen Kosten für Stromerzeugung, Transport und Steuern.

 

Besonders absurd: Gerade die Branchen mit großem Energiebedarf profitieren von den Erneuerbaren Energien, denn durch den zusätzlich eingespeisten Ökostrom sinkt der Börsenpreis für Strom. Bundesregierung und Energiekonzerne verschweigen gerne, dass der Strompreis an der Börse im Vergleich zu 2008 um 3,5 Cent pro Kilowattstunde gesunken ist. Doch anstatt die Preissenkung an die privaten Haushalte weiter zu geben, stecken die Energiekonzerne sie in die eigene Tasche. Damit fallen die Stromrechnungen für die privaten Haushalte aktuell 3 Milliarden Euro zu hoch aus.

 

In Deutschland wird die Energieproduktion schon seit langer Zeit subventioniert. Aber erst seit den rot-grünen Regierungsjahren fließen die staatlichen Förderungen endlich nicht mehr in dreckige oder gefährliche Energieformen, sondern zunehmend in Erneuerbare. Kohle und Atom haben bis 2010 insgesamt 408 Milliarden Euro Subventionen erhalten. Erneuerbare Energien dagegen nur 28 Milliarden Euro. Dabei sind die externen Kosten, die durch Umweltzerstörung, Luftverschmutzung, Klimawandel, Endlagerung des Atommülls, etc. entstehen, noch nicht einmal miteinberechnet. Das zeigt: Nicht die Erneuerbaren, sondern Kohle und Atom treiben die Energiekosten in die Höhe!

 

Klar ist aber auch, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energiewende mit Abschaltung aller Atomkraftwerke nicht zum Nulltarif zu haben sind. Und wem der ELE-Strom zu teuer wird, sollte einfach der Anbieter gewechselt werden: Am besten zu einem Ökostromanbieter der nicht mit den Atomkonzernen verflochten ist: www.atomausstieg-selber-machen.de

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