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05Jun

Gladbecker Grüne begrüßen Tempo 50 auf der B224

Die Temporeduzierung und das LKW Überholverbot entspricht der innerstädtischen Lage der B224 und ist längst überfällig.

Damit erfüllt Straßen NRW eine langjährige Forderung der Politik und des Bürgerforums.

Bereits die Fahrbahntrennung, die Straßen NRW nach den Unfällen zur Verkehrssicherheit aufgestellt hat, führte zu einer vorsichtigeren Fahrweise.

Mit der nun vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 wurde eine klare Regelung geschaffen.

Jetzt ist es wichtig, die Auswirkungen auf Lärm- und Umweltbelastung und die Verkehrssicherheit zu beobachten, um eine dauerhafte Temporeduzierung zu erreichen.

„ Für Fußgänger und Radfahrer, die die B224 überqueren müssen, ist die Geschwindigkeitsreduzierung allemal ein Gewinn!“, freut sich die grüne Ratsfrau Simone Steffens.

28Feb

GRÜNE: Erdgasfahrzeuge in der Diesel-Diskussion nicht vergessen!

Die Stadt Gladbeck hat ein messbares Stickoxid-Problem. Als Alternative zu den schadstofflastigen Alt-Diesel-Fahrzeugen wird in der Öffentlichkeit in der Regel das Elektroauto diskutiert. Diese Alternative ist dann schnell mit Verweis auf die drei aktuell nicht zu leugnenden Probleme Ladezeit, Ladeinfrastruktur und Reichweite vom Tisch.

Hierbei wird fast immer eine bereits existente, praxiserprobte und sparsame Alternative vergessen: Das Erdgasfahrzeug (CNG) – das nicht mit dem Flüssiggasauto (LPG) verwechselt werden darf. In der letzten Umweltausschusssitzung wies die Stadtverwaltung dankenswerterweise auf ihre positiven Erfahrungen mit dieser Antriebsart hin: Rund ein Dutzend Erdgasfahrzeuge fahren seit Jahren verlässlich und sicher im Dienst der Stadt. Der Vorteil: So gut wie keine Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen, das Gas an der Tankstelle ist steuerlich bedingt mindestens bis 2026 stark verbilligt zu haben, die KFZ-Steuer ist gering.

Erdgas-Tanken ist in Gladbeck an der Total-Tankstelle problemlos möglich. Der Erdgastank eines VW eco up! (hier im Bild) ist aktuell für 12 Euro voll zu kriegen.

Gladbeck verfügt an der Total-Tankstelle bei Rockwool über eine Erdgas-Zapfsäule, die Reichweite der Autos liegt bei mehreren hundert Kilometern und Benzin-Reservetanks helfen weiter, sollte einmal keine der rund 850 Erdgas-Tankstellen bundesweit in der Nähe sein. Der Kauf dieser Autos wird von VW aktuell noch stark gefördert, so dass der gemessen am Elektro-Auto vergleichsweise geringe Aufpreis für ein Erdgasfahrzeug nicht mehr allzu stark ins Gewicht fällt. Die ELE gewährt zudem einen 500 Euro Tankgutschein beim Neuwagenkauf. Und wer jetzt meint: „Erdgas“, das klinge ja doch irgendwie altmodisch fossil, der muss nicht Recht haben: Viele Tankstellen bieten tankbares Biomethan etwa aus Gülle oder Grünschnittabfällen an. Und Audi betreibt im Emsland eine „Power-to-Gas“-Anlage, die aus überschüssiger Windenergie synthetisches Erdgas herstellt – fast CO2- und klimaneutral. Da treibt dann sogar der Wind den Wagen vor sich her!

 

Einige nützliche Links:

manager Magazin: Welche Modelle Sie trotz Abgasskandas noch kaufen können (mit Link auf VCD-Umweltliste (pdf)).

Aktuelle News zu CNG-Fahrzeugen: http://www.gibgas.de (mit Tankstellen-Finder-App und Routenplaner) und https://www.erdgas.info/erdgas-mobil/

Die Deutsche Energieagentur (dena, u.a. Bundesregierung) zur Erdgasstrategie (kostenlose Broschüre: Fortschrittsbericht: „Nachhaltige Mobilität mit Erdgas und Biomethan“, September 2016, pdf)

Power-to-Gas-Bespiel Audi im Video

 

23Feb

Der öffentliche Nahverkehr muss günstiger werden – für die gesamte Metropole Ruhr!


„Der öffentliche Nahverkehr muss günstiger, besser vernetzt und attraktiver werden – für die gesamte Metropole Ruhr!“, so die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Gladbeck, Simone Steffens. „Die Wartezeiten sind zu verkürzen, die Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen ist zu verbessern. Dieses sind langjährige grüne Forderungen verbunden mit den Zielen wie Klimaschutz, Gesundheit und Steigerung der Lebensqualität in den von Autostaus geplagten Städten.“

Durch die EU-Grenzwerte zur Luftreinhaltung und die drohenden Fahrverbote durch die Klagen der deutschen Umwelthilfe – ein Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet – komme endlich Druck auf die Politik, grundlegende Veränderungen einzuleiten und diese zu finanzieren. Simone Steffens ergänzt: „Die Idee eines kostenlosen Nahverkehrs in Großstädten wie beispielsweise Essen ist ein Schritt in die richtige Richtung und kann zeigen, was möglich ist. Hauptsache, es bewegt sich endlich etwas in den Köpfen!“

09Sep

Grünen-Kandidatin Andrea Swoboda fordert: „Keine generellen Dieselfahrverbote für Gladbeck, Bottrop und Dorsten!“

Die Deutsche Umwelthilfe hat die für die Luftreinhaltung zuständigen Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster wegen zu hoher Stickoxidbelastung im Ruhrgebiet verklagt. Es ist damit wahrscheinlich, dass bald die ersten Gerichte Dieselfahrverbote für die Städte Essen und Gelsenkirchen verhängen. Weitere Klagen etwa für Gladbeck, Bottrop und Dorsten sind nicht ausgeschlossen.

Andreas Swoboda im Gespräch am Grünen-Infostand in der Gladbecker Innenstadt

Statt an einer flächendeckenden Lösung für den Ballungsraum Ruhrgebiet zu arbeiten hat die Landesregierung entschieden, dass die Städte vorerst nur an den beklagten Hot-Spots in Essen und Gelsenkirchen zur Vermeidung von Fahrverboten Gegenkonzepte erarbeiten sollen. Die Grüne Bundestagsdirektkandidatin für Gladbeck, Bottrop und Dorsten, Andrea Swoboda, fordert nun, dass der Luftreinhalteplan mit der Umweltzone Ruhr für die Stickoxydbelastung fortgeschrieben wird, denn Verkehr und gesundheitsschädliche Abgase machen schließlich nicht an Stadt- oder Bezirksregierungsgrenzen halt.

Über das ganze Stadtgebiet verteilt: Plakate der Grünen zur Bundestagswahl 2017

Andrea Swoboda: „Die Betrügereien der Automobilkonzerne scheinen nun auch die Menschen im Ruhrgebiet ausbaden zu müssen. Wir Grünen wollen keine generellen Dieselfahrverbote, sondern eine wirksame Reduzierung der Luftbelastung. Dazu braucht es ein entschlossenes und gemeinsames Handeln bei der Landesregierung und in den Städten – auch in Gladbeck, Bottrop und Dorsten“.

„Das Kompetenzwirrwarr mit drei zuständigen Bezirksregierungen gehört beendet. Danach sieht es derzeit aber nicht aus“, sagt auch Sabine von der Beck, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Regionalverband Ruhr (RVR). Die Luftreinhaltepläne liegen in den Händen der Bezirksregierungen. „Es ist niemandem zu erklären, warum zum Beispiel Gelsenkirchen, Herne, Bochum und Essen drei verschiedene Pläne und Behördenabläufe haben, nur weil sie von verschiedenen Bezirksregierungen verwaltet werden.“

Engagiert im Wahlkampf: Die Grüne Bundestagsdirektkandidatin Andrea Swoboda

„Wir brauchen ein wirksames Maßnahmenbündel, bestehend aus dem zügigen Ausbau der Busse und Bahnen, der schnellen Umsetzung der Radschnellwege durch das Land, dem generellen Ausbau von Radwegen durch die Städte, der Reduzierung des Autoverkehrs mit Verbrennungsmotor sowie einer Ausweitung von Tempo 30 auf vielen innerstädtischen Straßen. Darüber hinaus muss die Automobilindustrie endlich abgasfreie Motoren in die Serienproduktion bringen und die manipulierten Dieselfahrzeuge umgehend auf ihre Kosten wirksam nachrüsten“, so Swoboda, die sich in diesem Punkt mit den Grünen im RVR einig weiß. „Wir Grünen stehen für eine gesündere Luft in unseren Städten, ohne die BürgerInnen durch generelle Verbote zu bestrafen. Die Schuldigen sitzen nicht hinterm Steuer, sondern in den Chefetagen der Automobilindustrie, geschützt durch die schwarz-rote Bundesregierung!“ (rvr/fw)

06Sep

Gesundheit und Klimaschutz – Wir brauchen eine ökologische Verkehrswende

Der Diesel-Abgas-Skandal verdeutlicht die Forderung nach einer ökologischen Verkehrswende für Gesundheit und Klimaschutz. Bei der Verbrennung von Diesel entstehen der gesundheitsgefährdende Stoffe Feinstaub und Stickstoffoxide kurz NOX. Beide können Atemweges und Herzkreislauferkrankungen auslösen und gelten als potentiell krebserregend.

Die Europäische Union hat daher Grenzwerte pro Kubikmeter Luft festgelegt, die in vielen deutschen Städten überschritten, so dass es in bereits in 16 laufende Gerichtsverfahren zu Nox Reduktion und Dieselfahrverboten gibt.

In Gladbeck wird der Grenzwert für Feinstaub laut der Messstation der Landesstelle für Umweltschutz dieses Jahr bereits an 15 Tagen überschritten.

„Die Einführung einer blauen Plakette, die es den Kommunen ermöglicht, Fahrverbote für bestimmte Dieselfahrzeuge zu erteilen, stellt eine kurzfristige Lösung dar! Mittelfristig benötigen wir eine ökologische Verkehrswende durch Ausbau und digitale Vernetzung von öffentlichem Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr Car-Sharing und Förderung der emissionsfreien Elektromobilität, betrieben von Strom aus erneuerbaren Energien“ unterstützt Simone Steffens die Forderung der grünen Bundespartei.

Die Gladbecker Grünen sehen in dem entstehenden Gladbecker Radverkehrskonzept eine große Chance, das Radfahren für Bürgerinnen und Bürgern attraktiver zu machen. Durch die Anschaffung von Elektroautos kann die Stadt Gladbeck, Menschen auf Elektromobilität neugierig machen und für ihre Nutzung werben.

25Mai

Geschwindigkeitsbegrenzung verschärfen und ausdehnen: Unsere GRÜNE Ratsfrau Simone Steffens fordert Tempo 50 auf der B224

steffens_simone_gladbeck_BMIn der Vergangenheit gab es ausgiebige Schriftwechsel mit der Bezirksregierung Münster, die Geschwindigkeitsbegrenzung – von Süden kommend – bis Gelsenkirchen-Buer auszudehnen. Darauf jedoch haben sich weder die Bezirksregierung noch Straßen.NRW (mit Hinweis auf fehlende Messwerte und Unfallstatistiken) bisher eingelassen.

Nun jedoch hat sich Ausgangslage verschoben – oder zumindest die „offizielle“ Sicht darauf. Wurde noch in einem Zwischenbericht aus dem Jahre 2012 der Stadt Gladbeck mitgeteilt, dass es keine Möglichkeit gäbe, eine Messstation für Mensch und Umwelt hochgradig belastende Stickoxid- und Feinstaub-Werte einzurichten, steht seit dem 15.12.2015 eine Messstation im Bereich Goethestraße.

Die mehrfache Überschreitung des Grenzwertes von 40 µg/m3 für Stickoxid – jahrelang gemessen durch den Passivsammler an der Grabenstraße – führte bereits zu einem Mahnschreiben der EU und in der Folge zur ersten Reduktion des Tempolimits auf dem beschaulichen Teilstück der Grabenstraße zwischen Garten- und Wilhelmstraße: die Einrichtung von Tempo 30.

Was jahrzehntelang mit Hinweis auf obere Zuständigkeiten nicht möglich war, scheint – mit der Vermeidung eines Vertragsverletzungsverfahrens seitens der Europäischen Union – nun ordnungspolitische Realität zu werden. Doch auch in Sachen Feinstaub, der als besonders schädigend für die Atemwege gilt, zeigt sich, dass Gladbeck einen traurigen Spitzenplatz neben Gelsenkirchen und Hagen erreicht.

„Der Jahresmittelwert läuft unaufhaltsam in Richtung der Grenzwert-Schallmauer. Statt wie das Kaninchen auf die Schlange zu schauen, sollte man besser auch hier einen Schritt weiter gehen und die Werte versuchen, nach unten zu drücken“, sagt Ratsfrau Simone Steffens. „Gerade jetzt, wo der Sommer mit höherer Feinstaubbelastung vor der Tür steht, brauchen wir umso mehr ein schärferes Tempolimit auf der B224!“

Dem entspricht die überfällige Ausweitung der Maut-Gebühr auf Bundesstraßen ab 2018, wie das Bundeskabinett sie letzte Woche auf den Weg gebracht hat. So dürfte auch – nach langem Biegen und Brechen – die B224 durch Gladbeck den Status erlangen, den die B1 durch Dortmund schon länger hat: eine entschleunigungswürdige Stadtstraße im Herzen des Ruhrgebietes.

24Mrz

GRÜNE: Beim A52-Ausbau das Optimum für Gladbeck erreichen – Fundamentalopposition schadet den Interessen der Menschen in unserer Stadt!

Die Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Grünen bietet uns in Gladbeck die Chance, die immer skurrilere Blüten treibende Diskussion um die B224/A52 vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Fakt ist, dass der Bund den Lückenschluss der A52 durch unsere Stadt nach wie vor erreichen will. Dass er vor dem Bürgerentscheid anderes zugesichert hat, mag man beklagen, aber die Planungshoheit für Bundesstraßen und Bundesautobahnen liegt nun mal beim Bund.

Fakt ist, dass beim Bürgerentscheid vor drei Jahren der damals vorliegende Kompromiss mehrheitlich abgelehnt wurde. Die Gründe mögen differenziert gewesen sein, aber ganz offensichtlich empfanden viele GladbeckerInnen das seinerzeit erzielte Verhandlungsergebnis als unzureichend.

Fakt ist auch, dass Linke und Bürgerforum sich in ihrer hilflosen Fundamentalopposition immer mehr verrennen. Offenbar merken sie dies inzwischen selbst und greifen in ihrer Not zunehmend zu Verfälschungen und unbelegten Aussagen. Da war zunächst die Behauptung, das Möbelhaus Ikea würde sich in Bottrop nur ansiedeln, wenn die A52 nicht gebaut würde. Das Gegenteil ist richtig: Ikea siedelt sich bevorzugt gerade dort an, wo sich Autobahnanschlüsse und -kreuze in unmittelbarer Nähe befinden, was unternehmerisch ja auch nachzuvollziehen ist. Hinzu kam jüngst die Behauptung, der Bau eines Tunnels durch Gladbeck würde 500 Millionen Euro kosten. Dafür gibt es nicht den geringsten Beleg, die Summe ist schlichtweg erfunden, weil sie schön hoch klingt und geeignet ist, die Menschen zu verunsichern. Gleiches gilt für die jetzt genannte Tunnellänge von angeblich mindestens 2,6 Kilometern und die angeblich „immissionstechnisch nicht beherrschbare“ Rampe. Ziel des Bürgerforums ist nicht die Suche nach der besten Lösung für unsere Stadt, sondern möglichst viel Verwirrung zu stiften!

Aus guten Gründen besteht in Gladbeck weitgehende Einigkeit darüber, dass der jetzt geplante Ausbau zwischen A42 und A2 – inklusive Kreuz auf Gladbecker Gebiet – abzulehnen ist. Daher haben sowohl die Stadt als auch zahlreiche BürgerInnen Widerspruch gegen das Planverfahren erhoben. Der von der Stadt beauftragte Fachanwalt hat allerdings mit deutlichen Worten vor der Illusion gewarnt, dass sich auf diesem Wege das Verfahren insgesamt stoppen ließe. Allenfalls zeitliche Verzögerungen und Detailkorrekturen ließen sich dadurch erreichen.

Zwischenzeitlich hat sich herumgesprochen, dass nichts in der Politik alternativlos ist. Aber es gibt immer gute und schlechte Alternativen. Die schlechte wäre in diesem Fall, auf grundsätzlicher Ablehnung zu beharren, was dazu führen würde, dass Gladbeck lange Jahre mit der Belastung eines neuen Autobahnkreuzes („-dreiecks“) und zunehmendem Verkehr leben müsste, ohne die deutliche Verbesserung durch eine Führung der Autobahn im Tunnel zu bekommen.

Die bessere Alternative für unsere Stadt liegt in dem Weg, der jetzt eingeschlagen wurde: Mit dem Bürgerentscheid im Rücken in Verhandlungen mit Bund und Land zu gehen, um weitere Zugeständnisse im Sinne Gladbecks über das Ergebnis von 2011 hinaus zu erzielen. Die Gladbecker GRÜNEN unterstützen dieses Vorgehen ausdrücklich!

23Apr

Unser Kommunalwahlprogramm 2014-2020

Kommunalwahlprogramm Bündnis 90 / Die GRÜNEN Gladbeck 2014-2020

Was lange währt, wird endlich gut! Hier findet ihr unser nagelneues Kommunalwahlprogramm für das Gladbeck der Jahre 2014-2020! Viel Spaß beim Lesen! (PDF, weboptimiert, 1,8 MB)

31Mrz

Viel Wind um die Mottbruchhalde – SPD und Linke bleiben auf Blockadekurs gegen die Energiewende vor Ort

Bei strahlendem Sonnenschein besuchten die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses am vergangenen Donnerstag das Gipfelplateau der Mottbruchhalde.

Das riesige Landschaftsbauwerk wird nach dem Ende der Schüttungen den Gladbecker BürgerInnen für Freizeit- und Naherholungszwecke zur Verfügung stehen. Eine Initiative der GRÜNEN, die Pläne der RAG zur Errichtung von Windkraftanlagen auf den beiden Gipfelpunkten der Halde zu unterstützen, scheiterte erneut an der Blockadehaltung von SPD und Linken.

In der Diskussion wies GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender Mario Herrmann auf den zurzeit in der Aufstellung befindlichen neuen Landesentwicklungsplan (LEP) hin. Dieser wird die Nutzung von Halden zur Gewinnung erneuerbarer Energien als Ziel der Landesplanung verbindlich vorschreiben. Aus guten Gründen: Nirgendwo in unserer Region ist die Windausbeute so gut wie auf den Haldenbauwerken, nirgendwo sonst lassen sich Windenergieanlagen mit weniger Beeinträchtigung der Bevölkerung errichten. Herrmann: „Es ist ein Unding, dass die Stadt Gladbeck die RAG-Windkraft-Pläne bei der anstehenden Erarbeitung eines Bebauungsplans für die Mottbruchhalde noch nicht einmal in die Abwägung einbeziehen will!“

In Richtung Osten konnten die Ausschussmitglieder die Hertener Halde Hoppenbruch erblicken. Dort dreht sich seit Jahren ein Windrad und ergänzt problemlos die Freizeitnutzungen (etwa ein Skulpturenpark zum Thema Windkraft und zahlreiche Wanderwege). Herrmann: „Die Ablehnung durch die Ratsmehrheit ist irrational, blockiert vor Ort die in Sonntagsreden gern beschworene Energiewende und ist letztlich zum Schaden der Stadt, der mögliche Gewerbesteuereinnahmen entgehen. Und die RAG hat keinen Grund sich bei der Gestaltung der Halde stärker zu engagieren als vertraglich festgelegt.“

Während die CDU dem Antrag der GRÜNEN folgte, blieben SPD und Linke jedoch bei ihrer Blockadehaltung und erteilten den Windkraftplänen erneut eine Absage.

(Fotos:

Bild Mottbruch 1: Das Gipfelplateau der Mottbruchhalde mit einem der beiden Grate.

Bild Mottbruch 2: Mit Kleinbussen der RAG wurden die Mitglieder des Planungsausschusses zum Gipfelplateau transportiert.

Bild Mottbruch 3: Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann (Mitte) auf dem Gipfelplateau mit Baurat Martin Harter (links) und CDU-Ratsherrn Jürgen Zeller (rechts) in reger Diskussion)

24Jan

„Eine Kreisgrenze ist beim Fracking schnell überschritten“. Gladbeck wäre mittelbar über das Trinkwasser betroffen

Am 20. Januar 2014 fand im Fritz-Lange-Haus eine Informationsveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Fracking statt. Auf dem Podium informierte MdL Wibke Brems, sachkundig durch ihre Landtagstätigkeit im Unterausschuss Bergbausicherheit, über den Stand der Entwicklung. Eingeladen hatte die Stadtverbandssprecherin und Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Frau Simone Steffens.

Wibke Brems, von Haus aus Diplom-Ingenieurin für Elektrotechnik (FH), führte aus, dass die Genehmigungsverfahren zurzeit aufgrund einer Entscheidung der rot-grünen Landesregierung auf der Grundlage eines Fachgutachtens eingefroren seien. Zwar seien an diverse Firmen so genannte Aufsuchungslizenzen vergeben worden, doch diese könnten die Firmen aktuell wegen des Genehmigungsstopps nicht nutzen.

Als Aufsuchung wird der Prozess der Erkundung möglicher Lagerstätten – in diesem Fall von nicht-konventionell zu förderndem Erdgas – bezeichnet. Nicht-konventionell heißen diese Fördermethoden deshalb, weil das Gas zunächst mit Hilfe von kleinen unterirdischen Sprengungen und einem Chemie-Cocktail in tiefliegenden Schieferschichten gelöst werden muss – bei diesem Prozess werden im Übrigen enorme Mengen von Frischwasser verbraucht.

Den möglichen Fördergewinnen stehen die Risiken bei der Entsorgung des zur Lösung verwandten Chemie-Cocktails entgegen. Es besteht die Gefahr, dass schwach wassergefährdende Zutaten des Cocktails über Umwege (bei uns etwa über alte Kohlebohrungen, siehe Essener Hauptbahnhof) doch ins Grundwasser gelangen und dort die Nahrungsgrundlagen zum Beispiel für die Landwirtschaft auf unbestimmte Zeit vergiften.

Gladbeck selbst ist von der Aufsuchung nicht direkt betroffen, allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Bohrungen nicht nur senkrecht verlaufen, so dass eine Kreisgrenze am Münsterland oder von anderen Aufsuchungsgebieten in NRW schnell überschritten ist. Außerdem liegen die Wasserreservoire der Halterner Sande, von denen Gladbeck über die RWW das Trinkwasser bezieht, derzeit im Bereich der Aufsuchungsfelder.

Angesichts der aktuellen Energiepreise wäre das aufwändige Frackingverfahren in NRW übrigens zur Zeit noch nicht wirtschaftlich zu betreiben. Dies könnte das Stillhalten der Firmen erklären helfen, die mit Hilfe des anachronistischen (und von der EU kritisierten) deutschen Bergrechts sehr wohl einen Hebel besitzen, die Gasförderung via Fracking notfalls auch zu erzwingen. Hier hilft nur eine Reform des Bergrechts – und die muss baldmöglichst auf Bundesebene initiiert werden.

Weitergehende Informationen finden sich aktuell auf Wibkes Homepage: wibke-brems.de/themen/hintergrundinfos-unkonventionelles-erdgas/faq/

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