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Fußgänger
28Mrz

Stellungnahme zum WAZ-Bericht „Öffnung am Rathaus neu prüfen“

GRÜNE werden Schutz von Fußgängern und Radfahrern nicht aufs Spiel setzen

Man ist geneigt, die Titelmelodie von „Täglich grüßt das Murmeltier“ zu pfeiffen, während man den „neuerlichen Vorstoß“ der CDU zur Verkehrsführung in unserer Innenstadt liest. Es ist schon bedauerlich, dass der CDU keine wirklich neuen Ideen mehr zur Innenstadtentwicklung einfallen, weswegen sie sich bemüßigt fühlt, einfach olle Kamellen aus 2010 wieder aufzuwärmen. Bereits vor drei Jahren hat der Ausschuss für integrierte Innenstadtentwicklung ausführlich die Verkehrssituation in der Postallee und Friedrich-Ebert-Straße beleuchtet und kam einstimmig zu der Auffassung, dass dort kein Handlungsbedarf bestehe. Es war also keine „Mehrheit“, die den Vorschlag der CDU bereits vor drei Jahren ablehnte, sondern der gesamte Ausschuss inklusive der Vertreter der Union und inklusive des Ausschussmitglieds Hans-Joachim Kalb.

Während in vielen anderen Städten über eine neue Straßen- und Platzgestaltung nach dem shared-space-Prinzip geschwärmt wird, ist das respektvolle Miteinander aller Verkehrsteilnehmer vor dem Gladbecker Rathaus schon seit Jahrzehnten eingespielte Praxis. Dies bewies vor drei Jahren eine Videoaufnahme, die der Verkehrsexperte aus der Verwaltung, Thomas Ide, dem Ausschuss vorführte und erläuterte. In dem Film, der das Treiben im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe des Willy-Brandt-Platzes festhielt, war sehr schön nachzuvollziehen, wie sich Fußgänger und Autofahrer, Radfahrer und Senioren mit Rollatoren im Verkehrsfluss arrangierten und Rücksicht aufeinander nahmen. Autofahrer fahren Schrittgeschwindigkeit und halten an, um beispielsweise Eltern mit Kindern queren zu lassen. Die Führung des Autoverkehrs ausschließlich in eine Richtung trägt zu diesem Miteinander bei und steigert die Sicherheit insbesondere der schwächsten Verkehrsteilnehmer: Der Fußgänger, der Kinder, der mobilitätseingeschränkten Personen. Es ist schon erschreckend, dass die Union – dass Hans-Joachim Kalb – diese Sicherheit aus purer Effekthascherei zu Diskussion stellen will. Denn mit einer Öffnung der Postallee in beide Richtungen würde nicht etwa die Erreichbarkeit der Innenstadt – also der Ziel- und Quellverkehr – verbessert, sondern es würde eine neue Verbindung für den Durchgangsverkehr entstehen. Zudem wären die Kreuzungen an der Wilhelmstraße, an der Humboldt-Straße und an der Konrad-Adenauer-Allee gar nicht darauf ausgelegt, diesen neuen Durchgangsverkehr aufzunehmen und abzuwickeln. Dies musste die CDU schon vor drei Jahren zur Kenntnis nehmen, leider agieren die Christdemokraten immer öfter nach der Adenauerschen Formel: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern!“. Wir GRÜNE sind stolz, dass wir vor dem Rathaus schon vor Jahrzehnten ein positives Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern erreichen konnten, lange bevor irgendein Verkehrsexperte den Modeagnlizismus vom „shared space“ erfinden konnte.

WAZ-Artikel zum CDU-Vorschlag

08Aug

Lieferverkehre beschäftigen Innenstadtausschuss

SPD und GRÜNE wollen Neuregelung der Lieferzeiten auf dem Prüfstand stellen

Mit dem Lieferverkehren in der Innenstadt wird sich auch die Politik nach der Sommerpause beschäftigen. Die WAZ berichtete am 7.08.2012 über Beschwerden von Bürgern, die den regen Fahrverkehr in der Fußgängerzone beklagen. SPD und GRÜNE hatten hierzu bereits Anfang Juli einen Antrag für den Innenstadtausschuss gestellt.

„Wir erwarten einen Sachstandsbericht von der Verwaltung“, erläutert Grünensprecher Bernd Lehmann die Erwartungen an die Ausschussberatung. Er verweist darauf, dass sich Politik und Verwaltung bereits vor einem Jahr intensiv mit der Problematik der Anlieferung von Geschäften in der Innenstadt beschäftigt haben. Damals wurden die Anlieferzeiten nach einem Abgleich mit den Nachbarstädten neu geregelt: Vormittags wurden die Zeiten, in denen Lieferfahrzeuge in die Fußgängerzone einfahren dürfen, ausgeweitet – dafür sollte Sondergenehmigungen restriktiver ausgegeben werden.

„Wir hatten festgestellt“, so Michael R. Hübner, SPD-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses, „dass die Paketdienste ihre Routen an den früher noch großzügigen Gladbecker Regelungen ausrichteten.“ So wurden beispielsweise erst die Bottroper Geschäfte angeliefert, weil hier die Regeln strenger waren, und später zur Mittags- und Nachmittagszeit dann die Gladbecker Läden mit den liberaleren Einfahrzeiten. „Hierauf haben wir damals in enger Abstimmung mit der Kaufmannschaft reagiert“, so Hübner.

Der Eindruck der Bürger, die sich bei der WAZ über die Lieferverkehre beschweren, wird auch von den Politikern von SPD und GRÜNEN bestätigt. „Es mach Sinn, den Erfolg der Neuregelungen nach einem Jahr jetzt zu überprüfen“, so die Antragssteller. „Gegebenenfalls müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden“, meint Hübner. Dies können stärkere Kontrollen durch die Ordnungsdienste sein, aber auch die damals schon angedachte Ausweisung von eigenen Stellplätzen für Lieferfahrzeuge am Goetheplatz und in der Goethestraße. „Wir wollen die Attraktivität für Bürger in der Fußgängerzone schützen, aber auch den berechtigten Belangen der Geschäftstreibenden, die ihre Warenlogistik organisieren müssen, gerecht werden“, machen SPD und GRÜNE deutlich.

Antrag als pdf

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