Weiter zum Inhalt
Innenstadt
18Apr

Innenstadt + Nordpark ökologisch erneuern

Die Innenstadtentwicklung ist einer der Schwerpunkte der grünen Politik für Gladbeck. Mit Mario Herrmann stellen die Gladbecker Grünen sogar den Vorsitzenden des Ratsausschusses für „integrierte Innenstadtentwicklung“. Aber was heißt hier „integriert“?

Der Begriff macht Sinn, denn früher befasste sich Politik nur mit Fragen des klassischen Städtebaus, also etwa der Anlage von Straßen und Wohnblöcken. Die aktuelle Stadtplanung greift aber weit über das architektonisch-gestalterische Moment hinaus. Wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte werden heute immer gleich mit gedacht. Daher „integriert“ .

Und es besteht Handlungsbedarf: Etwa 11.000 der rund 74.000 Einwohner leben in der Innenstadt. 40% der Familien dort gelten als arm oder armutsnah. Hinzu kommen Leerstände und Bausünden, die beseitigt werden müssen. Dabei lohnt der Aufwand, denn die Innenstadt birgt mit der Rentforter Straße die historische Altstadt von Gladbeck. Die größten Kirchen stehen hier. In den Eiscafés verbringen viele GladbeckerInnen angenehme Stunden und die meisten Realschulen und Gymnasien konzentrieren sich hier.

City-Center revitalisiert

Aber die Zeit ist nicht stehengeblieben. Der e-commerce setzt (fast) allen Einzelhändlern zu. So musste erst unlängst die Traditionsbuchhandlung Tümmers an der Postallee aufgeben. Auch scheint die Idee des Kaufhauses ein Auslaufmodell: Hier steht die unrühmliche Geschichte von Karstadt Pate. Aber es gibt auch eine Menge gute Nachrichten: Angefangen bei dem allseits gelobten Neuen Rathaus und dem attraktiven Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Gesundheitsamts. Die Neue Galerie und ihre Gastronomie werden durch die Aufwertung des Rathausparks weiter an Attraktivität gewinnen. Die Blockade um das P&C-Haus am Markt ist endlich überwunden und das City-Center ist derweil erfolgreich revitalisiert worden – wie etwa auch das alte Arbeitsamtsgebäude an der Goethestraße. Der alte Schlachthof ist derweil abgerissen und rund um den denkmalgeschützten Turm wird Kleingewerbe und Wohnbau folgen. Und das Beste zum Schluss: Die Einkaufszone wird bereits modernisiert, während die Leser diesen Artikel studieren. Bewährtes wie Brunnen und Bachlauf an der Lambertistraße bleiben. Das Pflaster wird in weiten Teilen der Innenstadt schicker, es werden moderne Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen und Stelen in der Gestalt der Stadt-Silhouette werden die Blicke auf sich ziehen. Insgesamt wird die Optik der City aufgeräumter und damit eleganter ausfallen als bisher. Bezahlt wird das übrigens größtenteils mit Bundesmitteln.

Bürgerbeteiligung

Begleitet wird der gesamte Planungsprozess von umfangreicher Bürgerbeteiligung! Jeder, der Ideen anzubieten hat, konnte und kann sie auch einbringen. Dafür steht etwa das Stadtteilbüro an der Goethestraße. Dort können Sie sich über die aktuellen Pläne informieren, selbst Anregungen einbringen oder Anträge stellen, etwa für das Hof- und Fassadenprogramm. Ein Beispiel: Wenn Sie als Eigentümer Ihren Innenhof ökologisch renaturieren wollen und statt Beton eine Wiese mit Bank möchten, bezuschusst die Stadt das mit ca. 30 Euro für den begrünten Quadratmeter.

Dann geht es immer auch um das Spannungsfeld zwischen Zentrum und Peripherie. Discounter, die auch saisonal Gartenartikel anbieten, gefährden Samengeschäfte in der City genauso wie der Baumarkt, der plötzlich auch T-Shirts verkauft. Wir müssen die „grüne Wiese“ zugunsten eines aktiven Zentrums klar begrenzen. Anders geht es nicht.

Oberhof

Ein tolles Zentrum nützt nichts, wenn niemand hinkommt, daher entwickeln Politik und Verwaltung aktuell Pläne für einen neuen Oberhof: Die Oststadt wird wieder ebenerdig an die City angeschlossen, der Zugbahnhof näher an den Busbahnhof gelegt und das alte Parkhaus neu überbaut. Allgemeines Ziel muss es sein, dass Menschen, Aktivitäten und Investitionen ihren Weg zurück in die Innenstadt finden. Damit dies insbesondere auch für alte Menschen gilt, die sich in den nördlich von Gladbeck entstandenen Einfamilienhaus-Siedlungen zunehmend unwohl fühlen und zurück nach Gladbeck wollen, müssen wir verstärkt auf Barrierefreiheit achten.

B224

Die A52 war ein wichtiges Thema, jetzt ist es tot. Mit den Ausbauplänen ist auch die Planung des Lärmschutztunnels gestorben. Das bedauern wir. Die aktuelle Situation ist unerträglich. Wir haben als Grüne daher angeregt, die B224 im Innenstadtbereich mit Radarfallen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sicherer und für die Anwohner mit Lärmschutzmaßnahmen verträglicher zu machen. Aber außerhalb von Gladbeck stellt man die Ohren auf Durchzug. Bisher gibt es lediglich ein Schild, das vor „Rotlichtkontrollen“ warnt. Da muss dringend mehr geschehen.

Nordpark

Zum Schluss noch ein Ausblick für den Norden der Innenstadt, den Nordpark: Die vorhandenen Spielbereiche für Kinder und Jugendliche werden modernisiert und ausgebaut: Eine Beachvolleyball- und eine Beachsoccer-Anlage werden ebenso dazukommen wie ein Klettergarten für die älteren Kinder. Die Aufenthaltsqualität wird durch die Maßnahmen für alle Besucher deutlich steigen. Und: Keine Angst mehr vor den Gänsen! Die werden demnächst durch das ein oder andere Kinderspielplatz-Gatter auf Distanz gehalten. Im ganzen Park werden zudem Steinliegen zum Verweilen einladen.

Es gibt eine Menge, worauf wir uns in den nächsten Jahren freuen dürfen!

28Mrz

Stellungnahme zum WAZ-Bericht „Öffnung am Rathaus neu prüfen“

GRÜNE werden Schutz von Fußgängern und Radfahrern nicht aufs Spiel setzen

Man ist geneigt, die Titelmelodie von „Täglich grüßt das Murmeltier“ zu pfeiffen, während man den „neuerlichen Vorstoß“ der CDU zur Verkehrsführung in unserer Innenstadt liest. Es ist schon bedauerlich, dass der CDU keine wirklich neuen Ideen mehr zur Innenstadtentwicklung einfallen, weswegen sie sich bemüßigt fühlt, einfach olle Kamellen aus 2010 wieder aufzuwärmen. Bereits vor drei Jahren hat der Ausschuss für integrierte Innenstadtentwicklung ausführlich die Verkehrssituation in der Postallee und Friedrich-Ebert-Straße beleuchtet und kam einstimmig zu der Auffassung, dass dort kein Handlungsbedarf bestehe. Es war also keine „Mehrheit“, die den Vorschlag der CDU bereits vor drei Jahren ablehnte, sondern der gesamte Ausschuss inklusive der Vertreter der Union und inklusive des Ausschussmitglieds Hans-Joachim Kalb.

Während in vielen anderen Städten über eine neue Straßen- und Platzgestaltung nach dem shared-space-Prinzip geschwärmt wird, ist das respektvolle Miteinander aller Verkehrsteilnehmer vor dem Gladbecker Rathaus schon seit Jahrzehnten eingespielte Praxis. Dies bewies vor drei Jahren eine Videoaufnahme, die der Verkehrsexperte aus der Verwaltung, Thomas Ide, dem Ausschuss vorführte und erläuterte. In dem Film, der das Treiben im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe des Willy-Brandt-Platzes festhielt, war sehr schön nachzuvollziehen, wie sich Fußgänger und Autofahrer, Radfahrer und Senioren mit Rollatoren im Verkehrsfluss arrangierten und Rücksicht aufeinander nahmen. Autofahrer fahren Schrittgeschwindigkeit und halten an, um beispielsweise Eltern mit Kindern queren zu lassen. Die Führung des Autoverkehrs ausschließlich in eine Richtung trägt zu diesem Miteinander bei und steigert die Sicherheit insbesondere der schwächsten Verkehrsteilnehmer: Der Fußgänger, der Kinder, der mobilitätseingeschränkten Personen. Es ist schon erschreckend, dass die Union – dass Hans-Joachim Kalb – diese Sicherheit aus purer Effekthascherei zu Diskussion stellen will. Denn mit einer Öffnung der Postallee in beide Richtungen würde nicht etwa die Erreichbarkeit der Innenstadt – also der Ziel- und Quellverkehr – verbessert, sondern es würde eine neue Verbindung für den Durchgangsverkehr entstehen. Zudem wären die Kreuzungen an der Wilhelmstraße, an der Humboldt-Straße und an der Konrad-Adenauer-Allee gar nicht darauf ausgelegt, diesen neuen Durchgangsverkehr aufzunehmen und abzuwickeln. Dies musste die CDU schon vor drei Jahren zur Kenntnis nehmen, leider agieren die Christdemokraten immer öfter nach der Adenauerschen Formel: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern!“. Wir GRÜNE sind stolz, dass wir vor dem Rathaus schon vor Jahrzehnten ein positives Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern erreichen konnten, lange bevor irgendein Verkehrsexperte den Modeagnlizismus vom „shared space“ erfinden konnte.

WAZ-Artikel zum CDU-Vorschlag

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
43 Datenbankanfragen in 0,370 Sekunden · Anmelden