„Macht ma endlich!“ titeln die GRÜNEN mit Blick auf den brachliegenden Oberhof auf ihren Plakaten. Insofern begrüßt die Umweltpartei, dass jetzt Bewegung um die Aufwertung des Busbahnhofs kommt. Gleichzeitig machen sie klar, dass die Verbesserungen für die Fahrgäste für sie Priorität genießt. „Wir schauen erst auf den Ausbau des Bahnhofs und die moderne Gestaltung der Bussteige, bevor wir einem Neubauprojekt auf dem ehemaligen Busbahnhof grünes Licht geben“, so Bernd Lehmann, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN.
Beratungen zu Bauprojekt
Hintergrund sind die kommenden Beratungen in den Ausschüssen für Stadtplanung, Umwelt, Klimaschutz und Verkehr sowie für Wirtschaft und Bauen. Dort wird ein Projekt der Herner Engels-Gruppe diskutiert, die sich um die Fläche bewirbt. Ratsvertreter:innen hatten sich hierzu kürzlich Referenzprojekte des Unternehmens vor Ort angeschaut – darunter auch Lehmann für die GRÜNEN.
„Die Engels-Gruppe ist ein alteingesessenes Familienunternehmen, das anspruchsvolle Innenstadtprojekte umsetzen kann“, so sein Fazit. „Positiv ist auch, dass sie offen für soziale und ökologische Aspekte ist. Trotzdem dürfen wir nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.“ Die GRÜNEN warnen deshalb davor, jetzt Flächen zur Bebauung freizugeben, die später noch für den Busknotenpunkt gebraucht werden könnten.
Anforderungen an den neuen Busbahnhof
Entlang der Grabenstraße sollen künftig moderne, fahrgastfreundliche Busbahnsteige mit Unterständen entstehen. Außerdem ist vorgesehen, den Bahnhof Ost dorthin zu verlagern und so näher an die Innenstadt anzubinden.
Die GRÜNEN fordern, dass die neuen Bussteige auch bei dichteren Takten und möglichen zusätzlichen Linien leistungsfähig bleiben. Dazu brauche es ausreichend Platz für Fahrgäste, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Zudem sollen die Bussteige hitzeresilient gestaltet werden – etwa durch eine Überdachung mit Baumkronen.
„Hier erwarten wir im Ausschuss klare Zusagen der Verwaltung, dass diese Ansprüche erfüllt werden können“, so Lehmann, zugleich stellvertretender Ausschussvorsitzender. „Andernfalls würden wir uns mit einem voreiligen Verkauf einen Bärendienst erweisen.“
Austausch mit Fahrgastverband
Zur besseren Einschätzung hat Lehmann den Austausch mit dem Fahrgastverband Pro Bahn Ruhr gesucht. Dieser hält die vorliegenden Pläne grundsätzlich für umsetzbar. Da der Oberhof überwiegend von Durchbindungslinien angefahren werde, seien die vorgesehenen Haltepunkte ausreichend. Ungeklärt sei jedoch, ob jede Linie den Halt einzeln bedienen könne oder ob Linien hintereinander ein- und ausfahren müssten. Auch müsse geprüft werden, ob die Planfeststellung für den Bahnübergang Auflagen und Anforderungen bezüglich des Zielnetzes 2040 enthalte.
Fazit der GRÜNEN
Für die GRÜNEN bleibt es beim klaren Appell: „Macht ma endlich!“ – gebraucht werden endlich gute Aufenthalts- und Umstiegsmöglichkeiten für Fahrgäste.