Seit Wochen kämpfen Pendler:innen aus Gladbeck, Bottrop, Dorsten und Recklinghausen mit massiven Ausfällen und Verspätungen auf der Schienenverbindung Essen Hbf – Bottrop Hbf (S9/RE 14). Die anhaltenden Streckensperrungen und unzureichenden Ersatzverkehre führen zu erheblichen Belastungen für Tausende Berufstätige, Auszubildende und Studierende. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Gladbecker Stadtrat hat daher eine Resolution in den Rat eingebracht. Damit soll sich der Rat der Stadt Gladbeck klar gegenüber dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der DB InfraGo, den Eisenbahnverkehrsunternehmen und dem Land NRW positionieren.
„Die Situation ist für die betroffenen Menschen nicht länger hinnehmbar“, betont Bernd Lehmann, Ratsmitglied der Grünen-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Bauen. „Seit Dezember häufen sich die Ausfälle, und die angekündigten Ersatzverkehre sind oft unzuverlässig, zu selten und deutlich langsamer als die regulären Verbindungen. Das kann kein Dauerzustand sein – wir brauchen jetzt schnelle Lösungen und transparente Kommunikation.“

„Die Situation ist für die betroffenen Menschen nicht länger hinnehmbar“.“
– Bernd Lehmann, Ratsmitglied
Selbst nach der Entfernung der maroden RAG-Brücke, die ab dem 21. Januar die Freigabe des Streckenabschnitts in Bottrop ermöglichen soll, rechnen Experten weiterhin mit starken Einschränkungen. Grund hierfür sind Hohlräume unter den Gleisen in Essen-Frohnhausen, die zu weiteren Störungen führen. Laut Pro Bahn Ruhr, mit deren Vertretern sich die GRÜNEN abgestimmt haben, führt die Eingleisigkeit zwischen Essen West und Bottrop zu massiven Problemen, insbesondere bei der Taktung der S9 und des RE 14.
Die Resolution, die in der nächsten Ratssitzung beraten werden soll, fordert fünf konkrete Maßnahmen:
- Sofortige Beseitigung der Störungen mit höchster Priorität, um die Sperrzeiten auf ein Minimum zu reduzieren.
- Leistungsfähige Ersatzverkehre, die dem regulären Takt in Frequenz, Kapazität und Pünktlichkeit entsprechen.
- Verbesserte Fahrgastinformation mit realistischen Fahrplänen und proaktiver Kommunikation bei Störungen.
- Engere Einbindung der betroffenen Kommunen in die Planung von Ersatzkonzepten, um lokale Bedarfe besser zu berücksichtigen.
- Beschleunigte Umsetzung der Maßnahme Nr. 15021 („Essen, Dellwig Ost – Recklinghausen Hbf“) in der Landesbedarfsplanung, um die eingleisige Engstelle – eine bekannte Schwachstelle – endlich zu beseitigen.
„Die Schienenanbindung ist für Gladbeck und die Mobilität unserer Bürger:innen existenziell“, erklärt Ninja Lenz, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte hat hier Versäumnisse angehäuft. Jetzt muss endlich gehandelt werden. Unsere Resolution soll Druck machen, damit die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben erledigen.“

„Die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte hat hier Versäumnisse angehäuft. Jetzt muss endlich gehandelt werden. “
– Ninja Lenz, Fraktionsvorsitzende
Der Rat der Stadt Gladbeck wird über den Antrag in seiner nächsten Sitzung abstimmen. Sollte die Resolution verabschiedet werden, wird die Verwaltung beauftragt, diese unverzüglich an VRR, DB InfraGo, die Eisenbahnverkehrsunternehmen und das Land NRW zu übermitteln und über Reaktionen zu berichten.